Sie haben vor allem einen entscheidenden Vorteil: Mit ihrem weithin hörbaren Signal können sie die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auch dann wecken, wenn beispielsweise kein Smartphone zur Hand ist oder Mobilfunkverbindungen beeinträchtigt sind.
Sirenennetz im Kreis Herzogtum Lauenburg wird modernisiert
Das Land Schleswig-Holstein baut derzeit gemeinsam mit den Kreisen und Kommunen ein modernes und digital steuerbares Sirenennetz auf. Bis zum Jahr 2030 sollen landesweit rund 4.000 Sirenenstandorte neu errichtet oder modernisiert werden. Dafür stellt das Land insgesamt mehr als 23 Millionen Euro zur Verfügung.
Auch der Kreis Herzogtum Lauenburg ist Teil dieses Programms. Bereits 2024 wurden Landesmittel für 88 neue Mastsirenen im Kreisgebiet bewilligt.
Im Zuge des Ausbaus und der Modernisierung werden auch im Amt Sandesneben-Nusse bestehende Sirenen schrittweise durch moderne Anlagen ersetzt beziehungsweise das Sirenennetz entsprechend der Planung ergänzt.
Die neuen Anlagen können über den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben angesteuert und in das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) eingebunden werden. Dadurch können Warnungen je nach Gefahrenlage gezielt für einzelne Bereiche oder überregional ausgelöst werden. Die Anlagen verfügen zudem über eine Strompufferung, sodass eine Warnung auch bei einem Ausfall der regulären Stromversorgung möglich bleibt.
Neben der Warnung der Bevölkerung werden die Sirenen auch weiterhin zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren eingesetzt. Damit erfüllen sie auch künftig eine wichtige Doppelfunktion: Sie dienen sowohl dem Bevölkerungsschutz als auch der Alarmierung der Einsatzkräfte im Brand- und Hilfeleistungsfall.
Warum Sirenen trotz Smartphone weiterhin wichtig sind
Eine zuverlässige Warnung setzt bewusst auf mehrere, voneinander unabhängige Wege. Warn-Apps wie NINA und Katwarn, Cell Broadcast, Radio und Fernsehen sowie Sirenen ergänzen sich dabei. Die Sirene übernimmt insbesondere die Funktion eines Wecksignals: Sie macht auf eine Gefahr aufmerksam und fordert dazu auf, weitere Informationen einzuholen.
Was bedeuten die Sirenensignale?
Bei einer Gefahr für die Bevölkerung ertönt ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton. Wer dieses Signal hört, sollte sich über offizielle Informationsquellen über die Gefahrenlage informieren und die dort veröffentlichten Verhaltenshinweise beachten.
Die Entwarnung erfolgt durch einen einminütigen gleichbleibenden Dauerton. Daneben kann örtlich weiterhin das bekannte Signal zur Alarmierung der Feuerwehr verwendet werden, ein Dauerton von einer Minute, der zweimal unterbrochen wird.
Zur Alarmierung der Feuerwehr wird weiterhin das bekannte Sirenensignal verwendet: ein einminütiger Dauerton, der zweimal unterbrochen wird. Dieses Signal dient der Alarmierung der Feuerwehrkräfte und bedeutet nicht automatisch, dass eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht.
Wichtig: Sirenen können auf eine Gefahr aufmerksam machen, aber keine detaillierten Informationen übermitteln. Deshalb sollten Bürger im Warnfall insbesondere die Warn-App NINA, Rundfunk und die offiziellen Informationsangebote der Behörden beachten.
Mit der Modernisierung des Sirenennetzes wird der Bevölkerungsschutz im Kreis Herzogtum Lauenburg und damit auch im Amt Sandesneben-Nusse weiter gestärkt.
